Teilprojekt Hunte

Umsetzung von Maßnahmen zur Strukturverbesserung an der Hunte und ihren Nebengewässern

Laufverlängerung “Aschenbecksche Insel”

Primäres Ziel der im Sommer 2008 nördlich von Wildeshausen durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen ist die Verlängerung des Fließweges durch den Wiederanschluss der ehemals abgetrennten Hunteschleife “Aschenbeck’sche Insel”. Daneben steht die Anhebung der Wasserstände bei niedrigen und mittleren Abflüssen zur Kompensation der ausgeprägten Tiefenerosion im Vordergrund des Gewässerentwicklungskonzeptes. Auf den Flächen des Landkreises Oldenburg innerhalb des Projektgebietes wurde eine moderate Anhebung der Überflutungshäufigkeit erreicht, die eine eine lokale Verbesserung der Standortbedingungen für auentypische Tier- und Pflanzengesellschaften erwarten lassen. Die Anhebung der Wasserstände durfte jedoch im Interesse der Landwirtschaft nicht zu einer maßgeblichen Änderung der Überschwemmungshäufigkeit auf den genutzten Flächen im Untersuchungsraum führen oder die Hochwassersituation im Stadtgebiet Wildeshausen beeinträchtigen.


Bauliche Einzelmaßnahmen

Errichtung einer Sohlgleite
Unterhalb des durchgeführten Altwasseranschlusses wurde eine Sohlgleite in der Hunte errichtet, die zur Anhebung der Niedrig- und Mittelwasserstände erforderlich ist. Gleichzeitig wurde der unmittelbar an der Böschungsoberkante liegende Wanderweg auf die angrenzenden Flächen verlegt.

Laufverlängerung
Die Laufverlängerung erfolgte durch die Öffnung der Anschlussbereiche, die in der Vergangenheit auf Geländeniveau aufgeschüttet wurden. Das Altwasser wurde vor dem hydraulischen Anschluss entschlammt, um ein Freisetzen der Schlammmassen bei der Durchströmung und damit eine eventuelle Schädigung der Fließgewässerfauna zu verhindern. Die Mächtigkeit der Schlammschicht liegt bei 50-70 cm.

Einbau einer Stein-Kiesbank
Am nördlichen Übergang des Altwassers zur Hunte erfolgte der Einbau einer Stein-Kiesbank, die eine Sicherung der Sohle gegen unerwünschte Eintiefungen durch rückschreitende Erosion in der Laufverlängerung gewährleistet und gleichzeitig als wertvolles, gewässertypisches Strukturelement dient.

Errichtung von Erd- und Absperrdämmen
Am Einlaufbereich des Altwassers erfolgte eine Absperrung der Hunte durch einen Erddamm, der niedrige und mittlere Abflüsse sowie kleinere Hochwässer vollständig in die Laufverlängerung umleitet. Erst bei höheren Abflüssen ab ca. 30m³/s erfolgt eine Entlastung über den Absperrdamm, um durch die dann wirksame Abflussaufteilung die Beibehaltung der Hochwasserstände und Überflutungshäufigkeiten zu gewährleisten.

Anlage einer Flutmulde
Nördlich des Altwassers wurde eine flache Flutmulde ins Gelände gegraben, die bei höheren Abflüssen durchströmt wird und einen Teil der Hochwasserabflüsse direkt zur nördlich liegenden Huntekrümmung ableitet.

Errichtung einer Verwallung
Nördlich der Flutmulde wurde eine flache, ca. 0.5 m hohe Verwallung errichtet, um lokal früher einsetzende Überschwemmungen im Bereich der Flutmulde und Laufverlängerung auf die Flächen im Eigentum des Landkreises Oldenburg zu begrenzen und nachteilige Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen zu verhindern.

Hier geht es direkt zu den Ergebnissen der Laufverlängerung.

weiter zur Strukturverbesserung




Für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken!